Rosen pflanzen, Grenzen vergessen
Deutsch-Russische Gesellschaft feiert 20-jähriges Bestehen mit Besuchern aus
Irkutsk
PFORZHEIM. Mit einem symbolträchtigen Fest feierte die Deutsch-Russische
Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis (DRG) ihr 20-jähriges Bestehen.„Es ist immer
wieder überwältigend, wie viel Fantasie und Kreativität sich entfalten, just in
dem Moment, in dem sie benötigt werden“, freute sich Ingeborg Weber, die
Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft, beim Blick auf das freudvolle
Geschehen in der Bruder-Klaus-Begegnungsstätte der katholischen Liebfrauenkirche
auf dem Sonnenberg.
Schon der Auftakt der Feier geriet zu einem ersten Höhepunkt: „Wenn Oberhäupter
zusammenkommen, ist es Brauch, gemeinsam einen Baum zu pflanzen“, sagte Nikolaj
Kachin (siehe Bild unten), Vorsitzender der Russisch-Deutschen Gesellschaft aus
dem sibirischen Irkutsk. Zusammen mit Sergej Arfanidi, Geschäftsführer der
Russisch-Deutschen Gesellschaft, und Ingeborg Weber pflanzte er einen weißen und
einen roten Rosenstock in einen Topf ein. Unter dem Jubel der vielen Gäste aus
dem über 7000 Kilometer entfernten Irkutsk, die schon seit mehreren Tagen in der
Goldstadt unterwegs sind, krönte diese Pflanzaktion das 20-jährige Bestehen der
DRG.

Nikolaj Kaschin, Sergej Arfanidi, Inge Weber
© Pforzheimer
Zeitung 2007
Kontakte über Schulen
Seit der Gründung im Jahre 1987 als Regionalgruppe der West-Ost-Gesellschaft
Baden-Württemberg hat sich die DRG mit zahlreichen Aktivitäten der Vertiefung
der freundschaftlichen Beziehungen gewidmet. So gastierte schon 1989 das
Irkutsker Puppentheater in Pforzheim und 1991 konnte ein Kulturvertrag zwischen
den beiden Städten unterzeichnet werden. Seit über zehn Jahren wird ein
regelmäßiger Schüleraustausch betrieben, der mittlerweile als Schulpartnerschaft
zwischen der Fritz-Erler-Schule und dem Lyzeum Nr. 3 sowie als
Berufsschulprojekt zwischen der Alfons-Kern-Schule und dem Lyzeum Nr. 17 auch
vertraglich manifestiert ist.
Lange Vorgeschichte
Im Jahr 1999 wurde zwischen Irkutsk und Pforzheim ein Freundschaftsvertrag
unterzeichnet. Daraus ist erst vor wenigen Tagen eine offizielle
Städtepartnerschaft hervorgegangen, besiegelt mit einer
Vertragsunterzeichnung im Pforzheimer Ratssaal.
„Wie lange ein Zusammenwachsen dauern kann, um gemeinsam die Zukunft zu
gestalten“, sei, so Bürgermeister Gert Hager, an dem unentwegten Bemühen der
Deutsch-Russischen Gesellschaft um diese Städtepartnerschaft abzulesen. Immerhin
seien die ersten Kontakte noch in einem geteilten Europa geknüpft worden, als
ein solch freundschaftliches Miteinander nicht vorstellbar gewesen sei.
Lebhafter Austausch
Beim bunten Festprogramm feierten die Besucher aus Irkutsk mit ihren
Gastfamilien, tauschten der russische Maler und der Verleger aus Irkutsk ihre
Erfahrungen mit dem Pforzheimer Musikschuldirektor oder dem neuen
Hochschulrektor aus. „Einfach glücklich“, fühlte sich Schreinermeister Fjodor
Sobo aus Irkutsk. Er ist einer der erfolgreichen Jungunternehmer, die aus dem
Qualifizierungsprogramm der DRG in Pforzheim hervorgegangen sind.
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