Freunde in Pforzheim gewinnen
Schüler aus Irkutsk zu Gast: In Privatfamilien
untergebracht
Ausflugsprogramm führt nach Straßburg

PFORZHEIM.
Zwei Wochen lang haben Schüler aus
dem 7 000 Kilometer entfernten Irkutsk nicht nur ihre Deutschkenntnisse
verbessert, sondern sich auch mit der badischen Lebensweise angefreundet.
"Die Disco und der Ausflug nach Straßburg", haben Arischa, Xuscha und Dima
sofort eine Antwort auf die Frage parat, was ihnen am meisten gefallen hat.
Während Sergej und Viktor das Klavier im Fritz-Erler-Gymnasium einstimmen, um
den befreundeten Schülern ein Ständchen zu singen. "Ein kleiner Dank", betont
Lehrerin Elena Nikola, denn die zwölf 15- und 16-jährigen Jugendlichen von der
Schule Nummer 64 Lizeum 3 mit erweitertem Deutschunterricht haben sich in
Pforzheim richtig wohl gefühlt.
Bereits als Schülerin dabei
Und Elena Nikola muss es wissen, schließlich war die mittlerweile 23-jährige
Pädagogin aus Irkutsk vor vier Jahren als Schülerin, 2003 als Studentin und
jetzt als Lehrerin dabei. "Beim jetzt schon seit 1997 stattfindenden regen
Schüleraustausch zwischen Pforzheim und Irkutsk", erläutert Irmtraut Gengenbach,
die zweite Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft Pforzheim und
Enzkreis. Die Deutsch- und Geschichte-Lehrerin am Fritz-Erler-Gymnasium hat die
russische Sprache studiert und kann bei den Treffen Erlerntes anwenden und
auffrischen. "So ein freundlicher Empfang", kann sich Deutschlehrerin Tatjana
Krassina freuen, die das aller erste Mal überhaupt in Deutschland zu Gast ist.
Und ihre Schüler bei den Projektarbeiten betreut: Essen, Trinken, Freizeit und
Einkaufen stehen diesmal auf dem Themenprogramm, dass sich die Jugendlichen
größtenteils per Umfrage unter der Pforzheimer Gymnasiasten erschlossen haben.
Die Ergebnisse werden bildlich und gestalterisch so umgesetzt, dass sie den
gastgebenden Schülern, Lehrern und Eltern am letzten Besuchstag präsentiert
werden können. "Und der Siegergruppe winkt ein kleiner Preis", berichtet Katrin
Bothe, die seit sechs Jahren in Irkutsk Deutsch unterrichtet. Und erlebt haben
die russischen Schüler, die allesamt bei Gastfamilien untergebracht sind, noch
vieles mehr. So konnten sie sich während einer Stadtbesichtigung einen Überblick
vom Sparkassenturm verschaffen, das Schmuckmuseum besichtigen oder wurden im
Rathaus von Bürgermeister Gert Hager empfangen. Außer dem Europaparlament in
Straßburg ging es zu Tagesausflügen nach Baden-Baden und Heidelberg. Zudem haben
die Jugendlichen das Schloss Neuenbürg sowie das Daimler-Benz-Museum und die
Wilhelma in der Landeshauptstadt besichtigt.

Pforzheimer Zeitung, 17.03.2005