LITERATURPRО]ЕКТЕ
Stärkt Literatur den Zusammenhalt von Westlern und Slavophilen ?
Die Bücherei der Deutsch-Russischen Gesellschah in Oberlengenhardt
von Gisela Straub
Eine kleine kuriose Sammlung von Bänden, Bändern und Platten –
„von A wie Aksjonow bis Z wie Zwetajewa – от Аксёнова дo Ямпогьского"
Sie wollen gelesen, gehört, gesehen sein vom Volk der Dichter und ... denkste!
Vor Russisch haben wir Ängste!
Volle Regale, Recorder, Рlayeг und Bildschirme warten auf Anfänger, Fortgeschrittene, Könner und Muttersprachlег !
Auf liebenswerte und sonderbare Weise erweitert sich der bewusst gewählte Bestand: Durch 5сhепkungeп – vor allem Irkutsker Freunde – Nachlässe, GаЬеп vоп Aussteigern und ÜЬeггaschungs-Paketen" unbekannter Spender, die einfach vог die Haustür gestellt werden.
Die meistеп Werke stehen auch in deutscher Sрrаche neben den Originalausgaben. Lernende können nach der Lektürе deutscher Übersetzungen ihre favorisierten Кapitel, Gedichte oder LieЫingsstellen auf russisch sich vertraut machen. Vieles ist mehrfach vorhanden zum Lesen in Gruppen oder mit verteilten Rollen.
Im Juni 2000 lud die Gesellschah zu einem Empfang vor den Büchern ein. Wir nannten das Treffen: ,Русские думы y немецкого камина - Russische Gedanken vor einem deutsch Kamin".
Wir besitzen eine alte russische Schreibmaschine aus Erfurt, auf dеr unzählige Schüler und Studenten der DDR ihre Arbeiten schrieben. Für uns tippte der Schriftsteller Wjatscheslaw Kuprijanow an jenem Тag das Motto:
Нет в мире мошнее силы
взыскующей Слабы и Чести
чем западники и славянофилы
взятые вместе.
Вячеслав Куприянов, 5.6.2000
Stärker als Mächte, die nach Ruhm und EhrestrеЬеп, ist auf dieser Welt das Miteinander vоп Westlern und Slawophilen.
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Zum 200. Geburtstag von Alexander S. Puschkin gaben wir zusammen mit dеr Stadtbücherei Pforzheim einen Abend, der dem Werk des großen Dichters gewidmet wаг. Irmtraut Gепgenbach hat die Texte gewählt und die verbindenden Worte gesprochen. Ihn Programm schrieb sie: „Puschkin lesen? – Auf deutsch ? Sicher geht die Fasziпation vom Wohlklang der Sprache aus. |
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Übersetzungen sind nur Anпäheruпgen, die die lautliche Qualität der Sprache verändern. Das musikalische Element geht vегlоrеп. Also russisch lегпеп, um Puschkin im Original lesen zu können ? Wäre eine Möglichkeit – aber das dauert ziemlich lange!"
Im denkmalgeschützten „Weißensteiner Bahnhof" boten wir Oktober 2000 einen „Literarischen Abend" an. Das Motto der 17. Baden-Württembeгgischen Literaturtage iп Pforzheim hieß „Literаturräume". Wir wählten das Motto „Unterwegs sein", ein typisch russisches Lebensgefühl.
„Октябрь в вагоне - Oktober im Waggon.
Schicksalszüge, Abteilgespräche, Loks und Lyrik mit Bahnhofs- und Zugszenen aus russischen Filmen."
Mitglieder und Freunde der Gesellschaft trugen Gedichte vor, lаsеп Prosa und sangen Lieder in beiden Sргасhеп. Die Interpreten saßen in einem echten Zugabteil oder traten zum Vortrag „auf den Bahnsteig" vor.
Der alte „Bahnhof Weißenstein" hat öfter schon Iгkutsker Gäste begrüßt. Dort freuen sich Тatjana und Dieter Pfennig mit uns auf den nächsten Besuch aus unserer Partnerstadt.
Für das „Kultur-Café Schwarzwaldhof" vermittelten wiг 2003 eine Dichteгlesung mit Вагdeпgesang. Mitglieder des Stuttgarter Klubs „Менестрел – Menestrel" sangen sogenannte „Autorenlieder".
Der Schriftsteller Wjatscheslaw Kuprijanow las aus seinem Buch: „ Узоры Ha бамбуковой Циновке — Muster auf eiпег Bambusmatte" (2001) vor:
„Parabel 2. Als eis Reisender in eine ihт noch unbekannte Stadt kam, erblickte er am Horizont einen wunderschönen Feuerschein.
„Was ist das?', fragte er seine Reisegefährten, die – scheinbar erfahrener – diesem Feuerschein keinerlei Bedeutung beimaßen.
„Das sind brennende Zeitungen“, antworteten ihm die erfahreпeп Reisegefährten. In dieser Stadt glaubt man, die Wahrheit brenne im Feuer nicht, deshalb wird nur das gelesen, was nach der Verbreпnung übrig bleibt.'
„Aber bleibt denn da tatsächlich was übrig?', verwunderte sich der Reisende, der höchstwahrscheinlich ein Ausländer war.
„Praktisch nichts“, erwiderte mап ihm, „аllerdings erzeugen brennende Hieroglyphen eine solch wundersame Flamme, dass ihr Lodern den Einwohnern das Anschauen der Wahrheit ersetzt.'“
Nасh derlei Erklärungen beschloss der Reisende, keinen Наlt zum Erwerb neuester Zeitungen zu machen, um der Stadt einige letzte Funken lebenswichtiger Wahrheitsliebe zu erhalten."
(Übersetzung von Manuela Runge)
Dег Autor liеß – abweichend vom Original – die Übersetzung zu „…, um der Stadt einige letzte Funken für zukünftige Bewunderer zu erhalten.
Ich verbleibe in derzeitiger Bewunderung russischer Literatuг
Ihre und Eure alte Gisela Straub
Webseiten Wjatscheslaw Kuprijanow